Nine - Killing Angels
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Burning Heart/SPV/Musica (Schweden 2003)
Vier lautstarke Zeitgenossen lassen die schwedische Tradition hochleben, in Sachen harter Sounds kompromißlos zu sein. Nicht ohne Grund gehen sie zusammen mit Entombed auf Tour. 10.10.2003
Aus skandinavischen Gefilden kommen - in der Abteilung "Grob-Sound" - in regelmäßigen Abständen Bands daher, die immer wieder aufhorchen lassen. Nine wußten bereits vor zwei Jahren mit ihrem Vorgänger "Lights Out" zu begeistern. Sehr verwunderlich, daß sie damals mit ihrem Metal-Hardcore nur von wenigen wirklich wahrgenommen wurden. Das ändert sich mit "Killing Angels" hoffentlich. Zwar hat sich seit 2001 am Konzept der eingängigen Melodie, gepaart mit Grunzgesang und superfetten Gitarrenriffs, nichts geändert, die auf "Lights Out" äußerst dezent elektronisch angehauchten Einflüsse wurden hier jedoch auf Null reduziert. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - klingt "Killing Angels" noch um ein Eck kompromißloser. Man beschränkt sich auf das Wesentliche: donnernde Riffs aus tiefer gestimmten Gitarren und ein Sänger, dem vor lauter Brüllen wahrscheinlich jede einzelne Ader zu platzen droht, während er seiner Aggression stimmlich freien Lauf läßt.
Wer allerdings glaubt, Nine würden sich auf zehn Songs für 38 Minuten einfach mal so durch ein Album bolzen und böllern wie im Opener "Inferno", wird angenehm überrascht sein. Die vier Schweden können auch vertrackter und langsamer, dann aber härter. Epen wie "Them" und "Anxiety Report" oder der großartige Mid-Tempo Kracher "Watching The Train Go By" zeugen davon, daß hier Musiker mit Hirn am Werk sind, die für die berühmte Ruhe vor dem Sturm schon einmal einen Gang zurückschalten. Es bleibt zu hoffen, daß dieser großartigen Band endlich jene Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie schon vor zwei Jahren verdient hätte.
Nine - Killing Angels
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Burning Heart/SPV/Musica (Schweden 2003)
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Die lange Wartezeit ist vorbei. Page Hamilton macht unter dem Banner einer der wohl wegweisendsten Bands der Metal-Szene wieder flotte Musik.
Deutschland liefert saftiges Metal-Gebretter mit versauten bis undurchschaubaren Texten. Nichts Neues also aus dem Hause Rammstein.
Comebacks legendärer Bands mögen eine feine Sache sein. In diesem Fall wäre es aber besser bei der Legende geblieben...
Nicht immer, wenn es brennt, sind Rammstein schuld. Eine andere deutsche Band zeigt, daß gut gemachter Metalcore auch keineswegs von Hatebreed stammen muß.
Vier Jahre mußten vergehen, bis die fünf Herrschaften aus L.A. ihr drittes Album rausrückten. Vom blöden Cover nicht abschrecken lassen - musikalisch ist die CD erstklassig.
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