Newsletter Edition 2003_Archiv

Let’s get physical

CD: Goldfrapp - Black Cherry    28.04.2003

Ausgeträumt. Da sich das Duo um Goldkehlchen Alison Goldfrapp und Produzent Will Gregory nach dem beachtlichen Erfolg des in orchestral-üppigen Breitwand-Sound getauchten, bittersüß-schwelgerischen Zeitverzögerungs-Pops ihres Erstlingswerks "Felt Mountain" zunehmend in seiner künstlerischen Bewegungsfreiheit beschränkt sah, ließ Goldfrapps highly anticipated Nachfolgewerk sehr lange auf sich warten, nur um jetzt für nicht wenig Verblüffung zu sorgen. Mit "Black Cherry" haben sie das sphärische Glühen ihrer Traumwelten gegen das neonfarbene Kunstlicht der Clubs eingetauscht.

Auf mehr als der Hälfte der neuen Stücke wird in harschen, trockenen Uptempo-Beats und Electro-Bleeps hochgradig artifiziell und dabei weit dreckiger und ungeschliffener nach vorne gerockt. Wenngleich z. B. beim Titeltrack noch die "alten" Goldfrapp durchschimmern, ist der Grundtenor bei "Train" oder "Tiptoe" doch der eines in aller Schlüpfrigkeit - Interessierte mögen sich selbst anhand der Texte vergewissern - nach außen deklamierten Hedonismus mit Ansatzpunkten zur kühlen Welt von Synth-Pop und Endsiebziger-Disco-Glam. Daß bei aller Neuorientierung auch noch richtig gute Songs erschaffen wurden, ist der größte Pluspunkt des mutigen, durch und durch meisterlichen Albums, dieser dunkel blühenden Schönheit.

Christoph Prenner

Goldfrapp - Black Cherry

ØØØØ 1/2

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Mute/Virgin (GB 2003)

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